Einstieg ins Krafttraining – Wichtiges und Verwirrendes

Die Informationsflut, die zur Zeit im Netz und in den Studios aufläuft, sorgt nicht nur bei so gut wie jedem Anfänger im Bereich Krafttraining für Verwirrung, nein, sie ertränkt auch jegliche Lust zur eigenen Kreativität in diesem Bereich.
Zu wirklich jedem Thema, egal ob Ernährung allgemein, Trainingstechniken, Muskelaufbau, Fettabbau etc. haben unzählige Menschen nicht weniger unzählige Meinungen, von denen sie alle selbstverständlich zu 100% überzeugt sind. (Und all zu oft verdienen sie zudem ihr Geld damit)

In diesem Artikel möchte ich jeden Einsteiger dazu motivieren, seinen eigenen Focus im Training und in der Ernährung zu finden, und sich sein eigenes Boot zu bauen, dass ihn vor der oben genannten Flut an Information schützt, und sicher auf festen Boden geleitet.

Dazu werde ich ganz simpel gestrikte Fakten aufzählen, und diese ein wenig erläutern, damit ihr euch eure eigene Meinung bilden könnt.

Training
Ein Wachstumsreiz für einen Muskel wird dann gesetzt, wenn ich ihn mit einer Belastung, die er noch “sauber” ausführen kann, so oft wie möglich in Folge kontrahiere. Ob das nun 3, 5, 8, 12, 15 oder auch 20 Wiederholungen sind ist für den Anfänger absolut irrelevant. Experimentiert ein wenig mit den Gewichten, und schaut wie euer Körper auf die neuen Belastungen reagiert. Probiert alles mal aus, vom absoluten Maximalkrafttraining bis hin zu Wiederholungszahlen bei denen euch fast der Kopf platzt. Es gibt keine magische Wiederholungszahl, bei der ein Muskel plötzlich anfängt überproportional zu wachsen, es gibt kein richtig oder falsch. Wichtig sind saubere, kontrollierte Ausführungen über den gesammten bewegungsradius des Muskels. Es ist reine Kopfsache, die euch antreibt an eure Grenzen zu gehen, und in dem Moment, in dem absolut nichts mehr geht noch eine Wiederholungen zu absolvieren.

Ernährung
Hinter den üblichen Ratschlägen zu diesem Thema, die man gewöhnlich von Nahrungsergänzungsmittelherstellern oder ihren nachplappernden Gefolgsleuten bekommt, steckt eine riesige Industrie. Dieser Industrie ist es egal, ob ihre Mittel sinnbringend eingesetzt werden, solange die Scheine über die Ladentheke wandern.
Natürlich benötigt ein Muskel Eiweiße, um zu wachsen, jedoch ist es absolut kein Problem, seinen Bedarf über ganz normale Nahrungsmittel zu decken.
Beispiel : 4 Eier am Morgen, 200g Schinken über den Tag verteilt, ‘nen Becher Magerquark am Abend – und schon habt ihr 140g Eiweiß zu euch genommen. Allein diese Menge überschreitet den Eiweißbedarf eines jeden Ottonormalkraftsportlers. Also keinen Stress mit irgendwelchen Shakes, die von selbstverständlich gedopten Bodybuildern in Hochglanzmagazinen angepriesen werden.
Viel wichtiger für einen gesunden Körper sind natürliche Lebensmittel, ohne große Mengen an chemischen Zusätzen.
Lasst euch zudem nicht von irgendwelchen viel zu hoch gegriffenen Kalorienbedarfsangaben hinters Licht führen. Jeglicher Überbedarf wird vom Körper zu Hüftgold verarbeitet.
Diese Angaben sind meist auch von Leuten in die Welt gesetzt worden, die ihr Geld damit verdienen. Sie verkaufen euch also ihre Nahrungsergänzungen, und empfehlen euch zudem, zu viele Kalorien zuzuführen. Der Effekt : Ihr nehmt an Gewicht zu, denkt es sei Muskelmasse, die ihr dank der Nahrungsergänzungen gewonnen habt. –> Ihr kauft das Produkt weiterhin.
Dass es sich bei der zügig angefressenen “Masse” letztenendes zu 80% um Fett handelt, fällt erst ganz am Ende auf. Aber auch darauf hat die Industrie natürlich eine Antwort : Muskelmasse kann nur gleichzeitig mit Fettmasse aufgebaut werden. Jaja, natürlich..;)

Erholung
Hier könnt ihr absolut auf Euren Körper hören. Wenn sich ein Muskel erholt anfühlt, dann könnt ihr ihn auch wieder trainieren. Wenn er schmerzt, und sich schlapp anfühlt, dann gewährt ihm weiter Erholung.
Das in dieser Hinsicht so häufig angesprochene Übertraining ist Sache des ZNS (zenetrales Nervensystem), und braucht euch, vorrausgesetzt ihr hört auf euren Körper, nicht weiter zu interessieren.
Versucht genügend zu schlafen, und den Stress im Alltag gering zu halten, dann steht einer wunderbaren Erholungszeit nach hartem Trainign nichts im Wege.
Wenn ihr Lust habt während einer Erholungsphase Ausdauersport zu betreiben könnt ihr das bedenkenfrei tun. Wenn es sich dabei nicht alle zwei tage um einen Marathon handelt, werden die hart trainierten Muskeln dadurch garantiert nicht plötzlich abgebaut. Ein bisschen locker joggen, schwimmen oder Radfahren ist garkein Problem, sondern sorgt für einen gesunden Kreislauf und kann somit sogar die Regeneration fördern.

Verzeiht es mir, wenn ich doch etwas weiter ausgeholt habe als ursprünglich geplant. Findet Euren Weg, und lasst euch keine Bären aufbinden.
Seid standhaft und steht zu dem, was ihr tut, dann werden die Erfolge beim Muskelaufbau nicht ausbleiben. Das ganze benötigt nunmal eine menge Zeit, und geschieht nicht von heute auf morgen. Ich würde mich über Fragen in den Kommentaren freuen, um diese dann in kürzeren Artikeln direkt zu beantworten.

LG, Ruxx


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