Der Kampf mit dem Schweinehund

Hallo! Mein Name ist Anja. Der Ein oder Andere wird mich vielleicht als Kummerkastentante aus Stevinho Talks kennen. Ich dachte mir, dass ich mal einen kleinen Artikel über das Thema „Motivation“ – im Speziellen „den Kampf mit dem inneren Schweinehund“ – verfasse. Dies möchte ich nicht mit erhobenem Zeigefinger oder gar belehrender Geste tun, sondern aus Sicht einer Betroffenen. Ich möchte mit euch teilen, wie ich mich dem Kampf stelle und welche Tricks und Kniffe ich bisher gefunden habe, dem ollen Köter eins auszuwischen.

Ich denke, jeder kennt das:  Man fängt mit dem Sport an und alles ist erst einmal toll: Die tollen neuen Klamotten, die schnell erreichten Ergebnisse. Man merkt, wie sich der Körper verändert und man bekommt so eine Art Höhenflug, der einem suggeriert, das würde jetzt für immer so weitergehen (auch wenn natürlich klar ist, dass das nicht sein kann). Aber irgendwann kommt der Punkt, an dem man aus dem Tritt kommt und das ist exakt der Moment, an dem der Schweinehund zuschlägt.

Oftmals kann man gar nichts dafür. Die Routine fällt einfach mal für einen kurzen Moment weg. Sei es, weil man krank ist oder Feiertage dazwischen fallen oder man einfach so viel Stress hat, dass man ein paar Tage nicht dazu kommt, dem gewohnten Ablauf nachzugehen. Und plötzlich wird einem bewusst, dass man den Sport seit zwei Wochen jeden Tag „auf morgen“ verschiebt. Man sitzt im Motivationsloch. Und eigentlich ist es da ganz schön. Oftmals ist dort eine gemütliche Couch oder ein kuscheliges Bett. Der Fernseher ist nicht weit und die Chips Tüte schon griffbereit. An dieser Stelle Nichts zu tun, ist wirklich sehr einfach – und deshalb so gefährlich.

Jetzt gilt es, sich dem Kampf mit dem inneren Schweinehund zu stellen. Dabei stelle ich mir gerne vor, dass ich mich einem Raidboss oder ähnlichem stellen würde. Mein Schweinehund als Instanzenboss in WoW… ich mag die Vorstellung. Doch kommen wir nun zum Kampfguide:

1. Bring dich in eine aufrechte Position und formuliere dein Ziel. Dabei fängt man mit dem kleinstmöglichen Ziel an. Große Ziele sind Futter für den Schweinehund. Also anstatt zu sagen: „Ich werde den New York Marathon laufen“, begnüge dich mit dem Tagesziel: „Ich gehe heute zum Sport!“
2. Dein Schweinehund wird nun knurren und bellen, vielleicht sogar fauchen. Deshalb gilt nun die zweite Regel: Nicht Zuhören!
Lass dich nicht auf Gedankenspiele ein. In dieser Disziplin verlierst du! Höre ihm auf keinen Fall und unter gar keinen Umständen zu! Kein „Ich mache nur fix meine Dailies und dann…“ oder „Ich gucke nur noch schnell eine Folge von … und dann.“ Vergiss es! Es ist Zeit, zu handeln!
3. Such dir Verbündete! Bedenke, dass du zu diesem Zeitpunkt immer noch quasi regungslos auf der Couch sitzt. Nun wird es Zeit, andere mit ins Boot zu holen. Weihe die Menschen um dich herum in deinen Plan ein, HEUTE zum Sport zu gehen und bitte sie, dich zu motivieren.
Wenn du allein bist, nutze die sozialen Medien. Erzähle deinen Facebook-Freunden von deinen Plänen. Du weißt genau, dass du dich ihrem Hohn und Spott aussetzt, wenn du jetzt nicht handelst. Das treibt schon mal an.
4. Nun wird es knifflig! Du musst aufstehen! Ab jetzt gilt folgende Regel:
NICHT DENKEN!
Du wirst jetzt deine Tasche packen. Dabei musst du vielleicht ins Bad, ins Schlafzimmer und in die Küche. All diese Zimmer bieten Verlockungen, dich doch wieder zu setzen oder sogar hinzulegen, dir ein entspannendes Bad einzulassen oder dich „nur mal kurz“ an den Rechner zu setzen. Tu das nicht! Denke nicht! Verbanne alle Gedanken aus deinem Kopf. Pack deine Tasche und dann geh!
5. Der letzte Schritt. Du hast es fast geschafft. Begib dich jetzt schnell zu deinem Ziel. Jeder Abstecher im Supermarkt kann dir zum Verhängnis werden. Sobald du beim Sport angekommen bist, zieh dich schnell um und fang an. Die „Nicht-Denken-Regel“ gilt, bis du fertig bist. Danach darfst du dem Schweinehund dann deinen schönsten Finger zeigen!

Ich wünsche euch viel Erfolg, beim Umsetzen. Wenn ihr noch weitere Tipps und Tricks im Kampf gegen den Schweinehund wisst, dürft ihr sie gerne in die Comments posten. Und wer Gefallen an diesem Text gefunden hat, darf natürlich auch mal auf meinem Blog www.beianja.de vorbeischauen!

In diesem Sinne wünsche ich uns viel Erfolg beim Sport!
Eure Anja


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Eine Antwort zu “Der Kampf mit dem Schweinehund

  1. paradiddl

    Schon Interessant, wie viele Parallelen man so in deiner Schilderung vom Kampf mit der selbstgerechten Faulenzertour wiederfindet! Bei mir ist das fast genau so: Wenn ich mich auch nur ein einziges mal an den Rechner setze kann ich schon davon ausgehen, dass ich mal wieder gegen die Prokrastination verloren habe und es gar nicht mehr zum Sport schaffe. Gleiches gilt bei mir auch fürs Lernen etc. alles was zu den “Pflichtaufgaben” gehört…
    Bitte mehr davon Anja :)!

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