San Antonio im Finale

Der erste Finalist steht fest. Gestern schafften die San Antonio Spurs (relativ früh) den Einzug in die letztes Playoffrunde. Der Grund für den 4:0 Kanteserienerfolg gegen die Memphis Grizzlies waren wohl Tim Duncan, Tony Parker und das Genie in Form von Coach Greg Popovich.

Der Franzose Parker legte im Duell sagenhafte Statistiken auf. 24,5 Punkte, 9,5 Assists und 2,0 Steals pro Partie und das alles bei einer traumhaften Wurfquote von 53,2% sind einfach fantastisch. Einziges Manko waren seine Ballverluste. Ganze 4 Turnover erlaubte er sich im Schnitt. Der Oldie Duncan zeigte auch starke Spiele. Zwar hauen seine Serienstatistiken (15,5PPG, 9,3RPG, 3,0BPG) nicht jeden unbedingt vom Hocker und zeigen auch nicht sein überragendes Zutun zum Sieg. Trotzdem lief der Big Man regelmäßig zum Ende der Partie (vor allem in den Verlängerungen) heiß.

Der letzte Garant für den Sieg war der Trainer selbst. Popovich schaffte einmal mehr, die große Stärke des Gegners unwirksam zu machen. Die Memphis Grizzlies, angeführt vom Defensive Player of the Year Marc Gasol, waren schon während der Saison für ihre erdrückende Verteidigung bekannt. Genau diese schaltete Popovich aus. So konnte Gasol nicht seine hervorragenden Qualitäten als Verteidiger zeigen. Der Trainer der Spurs ließ immer den Akteur das Pick-and-Roll spielen, der vom schwächeren Verteidiger, also Zach Randolph, verteidigt wurde. Parker hatte also keinen so starken Gegenspieler und konnte in aller Seelenruhe zum Korb ziehen und entspannt ablegen. Sein zweiter Coup war die eigene Verteidigungsaufstellung. So ließ er seinen besten Verteidiger, Kawhi Leonard (eigentlich SF), auf den besten Backcourt- Scorer der Grizzlies los. Leonard schaffte den gegnerischen PG Mike Conley so sehr, dass der Guard unter seinen gewohnten Statistiken blieb. Auch fehlte so Conley die Puste, um hinten Parker unter Kontrolle zu bekommen.

Enttäuschend waren auch die beiden Big Men von Memphis. Gasol und Randolph blieben weit hinter den Erwartungen zurück. Zach Randolph schaffte nur 11 Punkte pro Spiel mit einer Wurfquote von 38,8%. Sonst erzielt er fast doppelt so viele Zähler. Sein Kollege Gasol sah nicht ganz so schlecht aus. Aber mit nur 14,3 Punkten und einer (für Center sehr schlechten) Wurfquote von 39,7% konnte er sich nicht wie gewohnt ins Spiel einbringen. Natürlich gab es auch Lichtblicke bei der Mannschaft aus Elvis Heimatstadt. Die beiden Bankspieler Jerryd Bayless (10,3PPG, 2,3RPG, 3,5APG, 1,0SPG) und Quincy Pondexter (15,3PPG, 3,3RPG) zeigten in manch einem Spiel gute Auftritte. Bei den Spurs hingegen waren wieder alle Spieler beim Sieg involviert. Egal ob Scoring-Power in Form von Manu Ginobili (10,0PPG, 4,5APG) und Matt Bonner (6,8PPG), Defense von Tiago Splitter (1,8BPG) und Kawhi Leonard (2,0SPG) oder einfach ein routiniertes Spiel, um den Leistungsträgen Ruhe zu gönnen, von Boris Diaw, Cory Joseph und Danny Green.

Zu guter Letzt lässt sich sagen, dass es eine schöne Serie war. Es vielen relativ viele Punkte und es war auch kein Rumgehacke wie am Anfang befürchtet. Ich freue mich schon sehr, die Grizzlies nächstes Jahr wieder zu sehen. Das bis dahin weiter gereifte Team, wird ein Wörtchen bei der Vergabe des Conference Finals Titels mitzureden haben. Den Spurs wünsche ich (als ausgesprochener Fan) natürlich alles Gute im Finale. Wer der Kontrahent für die Spurs im Finale sein wird, steht noch nicht fest. In der Serie zwischen den Miami Heat und den Indiana Pacers steht es 2:2.


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