Miami im Finale

In einer heiß umkämpften sieben Spiele- Serie konnten die Miami Heat das Ticket für den Finaleinzug lösen. Der letztjährige Meister aus Florida schaffte mit 4 zu 3 Siegen ihren Kontrahenten, die Indiana Pacers, zu schlagen.

Dabei sahen LeBron James, Dwayn Wade und Chris Bosh während der Conference Finals nicht so souverän aus wie gewohnt. Schon das 1. Spiel war knapp. Mit einem hauchdünnen Vorsprung besiegten die Heat die Pacers (103:102). Die Partie, welche sogar in die Verlängerung ging, war gekennzeichnet durch viele Fouls. Es wurde 30 bzw. 28 Regelüberschreitungen gepfiffen und Dwayn Wade (19Pkt, 6Reb, 5Ast, 3Stl) durfte sogar früher als erwartet auf der Bank platz nehmen. Allgemein kann man sogar sagen, dass die Serie doch stark von den Schiris und ihren (teilweise) fragwürdigen Entscheidungen, beeinflusst wurde. Aber zurück zum 1. Spiel. Kurz vor dem Ende der Verlängerung lag das Mimentum bei den Pacers. Paul George (27Pkt) wurde bei einem 3er- Versuch gefoult und versenkte alle drei Freiwürfe. Für Indiana hätte alles klar sein können. Sie hatte die Vorteile, von einer 1- Punkt- Führung und nur noch 2 Sekunden auf der Uhr, auf ihrer Seite. Doch dann kam wohl die schlechteste Verteidigungsleistung, die man von Paul George wohl je gesehen hat. Nach einer Auszeit, gab es Einwurf für Miami und James (30Pkt, 10Reb, 10Ast, 3Blk) bekam den Ball. Ohne wirklich in Bedrängnis zu kommen, zog er entspannt Richtung Korb der Pacers und legte ihn locker in die Reuse. Sieg für Miami und Paul George stand nur wie ein Statist daneben. Dieser Erfolg, besser gesagt dieser Korb, hätte die komplette Runde beeinflussen können. Neben den starken Auftritten der üblichen Verdächtigen, konnte auch David West (26Pkt) überzeugen.

Im 2. Aufeinandertreffen (97:93) rächten sich die Pacers. Angeführt von George (22Pkt, 6Ast) und Roy Hibbert (29Pkt, 10Reb) schaffte Indiana den Sieg gegen den scheinbar übermächtigen LeBron James (36Pkt, 9Reb, 3Stl) und seinen Heat.

Partie 3 war dann wieder die Zeit von Miami. Endlich erhielt James tatkräftige Unterstützung von wenigstens einem seiner zwei großen Mitstreiter. Wade (18Pkt, 8Ast, 2Blk) überzeugte offensiv und defensiv. Hinten schaffte er Paul George bei mageren 3 von 10 aus dem Feld zu halten und zu 5 Ballverlusten zu zwingen.

Nachdem es nun 2 zu 1 für die Heat stand, waren wieder die Pacers dran den Ausgleich zum 2 zu 2 zu erzielen. Es war einmal mehr Roy Hibbert, der mit seinen 23 Punkten und 12 Rebounds Indiana zum Sieg führte (99:92). Hier war zum ersten Mal der (negative) Einfluss der Schiedsrichter zu erkennen. Der Leistungsträger der Heat, King James persönlich, wurde ca. 1 Minute vor Schluss wegen einem nicht sachgemäßen Block mit 6 Fouls vom Feld gestellt. Natürlich war der Block nicht ganz sauber, aber man darf und kann auch nicht in einer so knappen Partie einen Spieler (egal wen) wegen so einer Lappalie vom Platz verweisen. In diesem Aufeinandertreffen war auch endlich Lance Stephenson (20Pkt, 5Reb) ein Faktor.

Und wie soll es anders sein. Den Sieg in Spiel 5 holten dann wieder die Heat (90:79). Obwohl Paul George (27Pkt, 11Reb) ein Megaspiel auflegte, konnte James (30Pkt, 8Reb, 6Ast) ihn übertrumpfen.

Die Serie stand nun auf der Kippe. Miami braucht nur noch einen Sieg, um die Finals frühzeitig zu erreichen. Doch eine Herbe 91 zu 77 Klatsche holte die Heat von ihren Höhenflug herunter. Wie soll es anders sein, trumpften George (29Pkt, 8Reb, 5Ast, 3Stl) und Hibbert (24Pkt, 11Reb) wieder stark auf. Natürlich darf man nicht vergessen, dass James (29Pkt, 7Reb, 6Ast) den Pacers auch Paroli gab. Aber leider kam nichts von seinen Mitspieler (manche Menschen behaupten, es sei mittlerweile die gleiche One-Man-Show wie damals in Cleveland). Bosh war mit nur 5 Punkten (1 von 8 FG) und Wade  mit 10 Punkten (3-11FG) dabei. Das Erfolgsrezept der Pacers waren wohl die Rebounds. Sie holten 53 und Miami nur 33. Also 20 Abpraller mehr. Das gleiche Bild gab es bei den Assists (19 zu 10).

Bisher war eine spannende Serie zu sehen, in der immer wieder die eine Mannschaft die andere übertrumpfte. Die letzte Partie sollte zum großen Showdown werden. Basketball auf Spitzenniveau. Doch es war, wohl eher nur peinlich. Die Pacers warfen selbst die einfachsten Korbleger daneben fabrizierten schon im 1. Viertel 9 Turnovers. Neben diesen selbst verursachten Handicaps waren James (32Pkt, 8Reb) und diesmal auch wieder Wade (21Pkt, 9Reb) bärenstark. Bei einem Endstand von 99:76 konnte Miami feiern und sich schon einmal auf das Finale gegen San Antonio „freuen“.

Zusammenfassend kann man diese Playoff- Serie mit einer 1- bewerten. Es waren tolle und spannende Spiele und ein Duell über die volle Länge von sieben Spielen. Neben den konstant gut spielenden Athleten George (19,2PPG, 7,4RPG, 5,1APG, 1,8SPG), Hibbert (17,0PPG, 9,9RPG), West (15,9PPG, 7,6RPG) und Hill (14,6PPG, 3,7RPG, 4,3APG) war nur wenig Unterstützung zu erkennen. Nur Stephenson und Augustin konnten ab und zu für Erleichterung sorgen. Bei Miami war es ähnlich. Hier waren bloß James (26PPG, 7,3RPG, 6,4APG) und eine Neu-/Wiederentdeckung von Chris Andersen (7,1PPG, 4,1RPG, 1,4BPG) die Konstanten. Andersen konnte über die ganze Serie mit seinem harten Einsatz den Heat, die entscheidenden Impulse geben. Enttäuschend waren Chris Bosh (12,3PPG, 6,6RPG) und in Ansätzen Dwayn Wade (14,1PPG, 4,9RPG, 4,9APG). Keiner von beiden konnte wirklich überzeugen. Von der Bank kam, im Vergleich zu den Pacers, mehr. Ray Allen (10PPG, 3,0RPG), Norris Cole (7,1PPG) und Shane Battier konnten mit ihren Punkten und Verteidigung für Unterstützung sorgen.

Wie hat euch die Serie gefallen? Haben die Heat eine Chance die Spurs zu schlagen?


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