Bios Sport ABC, heute : Aussie Rules

Anfang Juni 2013, das meiste sportliche ist gelaufen, in diesem Jahr wird es kein Großereignis im Sommer geben und so hab ich mir gedacht um die Zeit ein bisschen zu Überbrücken, wollte ich eine Serie starten in der Sportarten vorgestellt werden, welche hier nicht so bekannt, vielleicht sogar völlig unbekannt sind. Da ich ja auf eher Körperbetonte Sportarten stehe, wollte ich gleich mal mit einer anfangen, welche nichts für Warmduscher ist,

Australian Football:

Kurz zu Geschichte :

Australien Football wurde 1857 von Tom Wills als Unterhalsames Wintertraining für Kricketspieler entwickelt. Das erste Dokumentierte Spiel fand 1858 (und damit vor Fußball) statt.

Australian Football (lokal auch Aussie Rules oder kurz Footy genannt) ist ein unglaublich hartes und körperbetontes Spiel. Zwei Mannschaften aus 22 Spielern (18 Feldspieler und 4 Ersatzspieler) stürzen sich hierbei aufeinander.  Punkte erzielt man, wenn man den ovalen Ball (siehe unten rechts) durch 2 der 4 Torpfosten schießt. Nach vier 20 minütigen Vierteln gewinnt das Team mit den meisten Punkten. Der Ball ist 72cm-73cm lang und 22,5 cm breit, ist Luftgefüllt und besteht auch vier Lederstreifen.

Das Spielfeld :

aussie rules

 

                                                                    

Ja richtig gesehen, dass Spielfeld ist Oval. Das Spielfeld ist in drei Bereiche unterteilt. Das Spiel beginnt nach jedem Viertel und nach jedem Tor mit einem „Centre Bounce“ im „Centre Square“, dem Quadrat in der Mitte.  In diesem Bereich dürfen sich vor dem Bounce nur acht Spieler befinden, der Rest verteilt sich übers Feld. Die gebogenen 50 m Linien sind die „Goal Arcs“, die eigentlichen Torzonen. An beiden Enden befinden sich jeweils zwei Torpfosten sowie 2 Nebenpfosten.

Zwei Schiedsrichter überwachen die Seitenlinien, werfen den Ball ein wenn er aus geht. Außerdem vergeben sie Strafstöße wenn der Ball über die Linie gekickt wird.

Drei Schiedsrichter überwachen das Spiel auf dem Centre Square, den Goal Arcs und den Wings, dem Bereich zwischen den Goal Arcs. Dazu kommt noch jeweils ein Torschiedsrichter, der entscheidet ob es Tor oder ein Behind war.

 

 

Das (ideale) Spielerprofil :

Der Spieler ist meist groß und athletisch. Sie sind sowohl schnelle Sprinter als auch ausdauernde Läufer. Sie müssen außerdem kräftig sein und anrennenden Gegnern standhalten können.

Die Ausrüstung der Spieler besteht aus normalen Trikots, wobei die Gastmannschaft meist weiße Shorts trägt. Der einzige Schutz ist ein Mundschutz, leichte Helme sind zwar erlaubt, aber fast alle Spieler verzichten darauf.

 

Die Spielregeln :

Der Ball darf mit den Füßen, der Faust oder per Schlag mit der offenen Hand (Tap) in jede Richtung gepasst werden. Ein „Mark“ wird erzielt, wenn ein Spieler den aus mindestens 15 m Entfernung gekickten Ball fängt. Ein Spieler darf mit dem Ball laufen, muss ihn aber alle 15 m aufprallen lassen und das mit einem Eiförmigen Ball, viel Spaß, oder muss ihn ablegen. Der Spieler mit dem Ball darf angegangen oder getackelt werden, muss den Ball beim Tackeln aber sofort passen oder loslassen, wenn er eine Strafe vermeiden will. Es gibt verschieden Regelverstöße bei denen es Freistöße gibt, wie Stoßen von hinten, regelwiedriges Tackling und halten des Gegners ohne Ball. Desweitern sind Schlagen, Beinstellen oder Treten eines anderen Spielers verboten.

Es gibt zwei Arten um Punkte zu erzielen. Wird der Ball durch die zwei Torpfosten geschossen ist es ein Tor (sechs Punkte). Wird der Pfosten getroffen oder geht der Ball zwischen Torpfosten und Nebenpfosten hindurch, ist es ein Behind (ein Punkt). Es zählt auch als Behind wenn der Ball von einem anderen Körperteil oder einem Gegner abprallt und über die Linie geht. Die Gesamtpunktzahl errechnet sich aus Toren und Behinds und wird so notiert: „20.14 (134)“, d.h. 20 Tore und 14 Behinds, eine Summe von 134.

Bei den Toren und Behinds ist es auch völlig egal wie der Ball die Linie überquert. Er darf fliegen, hoppeln oder rollen, auch die Höhe ist nicht wichtig, die Pfosten gehen theoretisch ins Unendliche. Trifft ein Kick ohne Aufprall den Nebenpfosten, erhält der Gegner einen Freistoss.

Tackling und Markieren :

Tackling und Markieren sind der Hauptbestandteil des Australien Football, hier zeigt sich die ganze Dynamik und härte. Die Spieler fangen den Ball aus vollem Lauf oder in dem sie sich nicht häufig mit einem Gegner als Stütze in die Höhe schrauben. Die Verteidiger Rammen den Ballträger in voller Geschwindigkeit damit er den Ball fallen lässt oder zu Boden geht und somit gestoppt wird.

Das Marken ist die wichtigste Methode im Ballbesitz zu bleiben. Wird der Ball gekickt und von einem anderen Spieler in  mindestens 15 m Entfernung gefangen, erhält der Fänger eine Marke und einen Freistoß zugesprochen. Er kann von diesem Punkt aus dann den Ball ungehindert vom Gegner Passen oder Kicken. Die Gegner dürfen sich beim Marken auf den Gegner stützen oder über ihn Springen. Das führt zu spektakulären Marken („Screamer“ oder „Spekky“ genannt). Um das Marken zu verhindern dürfen die Verteidiger den Ball wegschlagen. Körperkontakt ist erlaub, Schlagen und halten des Gegner nicht. Ein Spieler darf gestoßen werden, wenn der Ball im Umkreis von 5 m befindet und er den Stoß mit der Hüfte oder der Schulter ausführt. Ein Angriff gegen den Kopf ist nicht erlaubt.

Beim Tackeln darf der Spieler festgehalten oder irgendwie zu Fall gebracht werden. Der Tackle muss zwischen Schultern und Knien ansetzen und darf von mehr als einem Spieler durchgeführt werden.

Um zu zeigen was für einen Stellenwert Aussie Rules auf der anderen Seite der Welt hat, hier ein paar zahlen.

Die AFL ist nur eine von 6 Profiliegen Weltweit die einen Zuschauerschnitt von jenseits der 30000 haben (2010: 38.423 zum Vergleich die Bundesliga 2010/2011: knapp über 42000). Den Rekordbesuch gab es 1970 beim Finale mit 121 000 Zuschauern.

Die Verbreitung der Sportart beschränkt sich allerdings fast ausschließlich auf Australien, 90 % aller Spieler sind dort beheimatet. Aber auch in Deutschland gibt es inzwischen eine Liga, welche von zwei Vereinen gegründet wurde und inzwischen aus 6 Vereinen besteht, 3 weitere sind im Aufbau. Wer sich für die Liga interessiert hier der link http://www.aflg2013.de/ , die Seite ist allerdings momentan gerade im Aufbau.

Wer die Australier mal Live im Fernsehen will, kann dies auf Eurosport 2 zur Frühstücks/Mittagszeit machen. Die Saison geht von März und endet am letzten Samstag im September mit dem Grand Final.

Zum Abschluss  noch ein Video mit einer Zusammenstellung spektakulärer Marks, viel Spaß damit :

So das war mein erster Beitrag zum Thema „ich bin eine Randsportart (in Deutschland) hol mich hier raus“. Ich werde versuchen in unregelmäßigen Abständen weitere hinzuzufügen. Für den nächsten Artikel hab ich da auch schon eine im Blick.


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