Mystixx’ Rennanalyse #8 – Großbritannien

Viel ist passiert in den vergangenen 3 Wochen und in dem heutigen Rennen in Silverstone. Zu aller Erst gab es da das Urteil des FIA Tribunals über den geheimen Reifentest von Mercedes und Pirelli. Aufgrund der Tatsache, dass keiner der Beteiligten mit einer bösen oder unfairen Absicht gehandelt habe, sind beide Partein mit einer Verwarnung davon gekommen. Darüber hinaus, darf Mercedes am kommenden Young Driver Test im Juli nicht teilnehmen. Für einige Rennställe ist die “Strafe” jedoch nicht zufrieden stellend, während andere mit der Konsequenz aus dem Vorfall gehen, dass die Testbedingungen einfach klarer abgesteckt werden müssen und den Vorfall damit abschließen möchten. Insgesamt kann man jedoch von einem milden aber dennoch irgendwo gerechten Urteil ausgehen, welches diese Problematik damit für den Rest der Saison vom Tisch kehren sollte.

Ebenfalls wurde die Woche verkündet, dass Mark Webber am Ende der Saison die Formel 1 verlassen wird, um im Sportwagen Programm von Porsche ab 2014 mit zu fahren. Damit ist es für Webber vorerst zumindest seine letzte Formel 1 Saison, doch man soll ja niemals nie sagen. Für seine verbleibende Formel 1 Zeit hat sich der Australier jedoch seinen 10. Grand Prix Sieg fest vorgenommen. Damit dreht sich natürlich das Wechsel-Karussell relativ früh in der Saison über einen möglichen Nachfolger. Auch Kimi Räikkönen ist einer der Verhandlungspartner für das zweite Cockpit neben Sebastian Vettel in der kommenden Saison.

Doch nun hin zum eigentlichen Rennen und der Startaufstellung. Mit einer Glanzzeit sicherte sich Lewis Hamilton am Samstag die Pole Position vor Team-Kollege Rosberg. Die zweite Startreihe bestand aus den beiden Red Bull Piloten Vettel und Webber. Adrian Sutil fuhr mit seinem 6. Platz ebenfalls wieder in die Top Ten und startet damit hinter Toro Rosso-Pilot D. Ricciardo. Eine weitere Team-interne Startreihe sorgten die beiden Lotuspiloten auf 7 und 8 (GRO + RAI). Fernando Alonso ging lediglich von Rang 9 und Button von der 10 ins Rennen. Paul di Resta, der ebenfalls schnell unterwegs war und seinen Boliden zwar in den Top 10 platzierte, wurde auf Position 21 strafversetzt, da er in Summe mit seinem Fahrzeug zu leicht gewesen war, was gegen das Reglement verstieß. Und damit begeben wir uns direkt an den Start der 52 Runden in Silverstone:

F1_GB_StartHamilton behauptete seine Samstagsform und damit auch den ersten Startplatz. Rosberg kommt schlecht weg und wird direkt von Vettel kassiert, der damit auf Position 2 fährt. Webber legt zwar einen guten Start hin, wird kurz danach aber sehr langsam und kommt nicht wirklich voran, weshalb Ihn schnell viele Kontrahenten überholen können und er sich auf Position 15 wieder findet. Darüber hinaus kollidiert Webbers Flügel frühzeitig mit dem Auto von Grosjean, was für eine kleine Beschädigung sorgt. Einen exzellenten Start legt ebenfalls Massa hin, der direkt hinter Sutil vorfährt und damit viele Positionen nach dem Start gewinnt. Sein Teamkollege, Alonoso, kommt jedoch ebenfalls eher schlecht weg. Auch Räikkönen kann sich beim Start behaupten und fährt auf 6 vor.

Die ersten Runden zeigten schnell die große Dominanz von Lewis Hamilton, der sich gut absetzten konnte. Doch dann kam Runde 8 in der er sich einen Reifenschaden am linken Hinterreifen zu zog, wobei dieser sich komplett auflöste. Daraufhin blieb ihm nichts weiter übrig, als seine Rennposition her zu geben und den Boliden in die Box zu retten. Und wäre dies nicht genug erleidet auch Massas Reifen hinten Links einen Schaden, woraufhin er sich mit einem eleganten Dreher neben die Strecke dreht. Doch auch Ihm gelingt es seinen Wagen noch bis zur Box zu retten und damit auf dem letzten Platz wieder ins Rennen zu gehen. Dies leitete zeitgleich die erste Runde Boxenstopps ein. Während seines Stopps in Runde 10 erhielt Webber jedoch, anders als in Kanada einen neuen Frontflügel, obwohl man Ihn via Teamradio mitteilte, dass der Schaden ähnlich dem von Kanada sei, wo man den Flügel nicht wechselte. In der selben Runde stoppte aus der Spitzengruppe Kimi Räikkönen. Kurz später stoppten dann auch Rosber Sutil und Vettel. Nach den Stopps sah die Reihenfolge entsprechend so aus: Vettel führte das Feld vor Rosberg und Sutil an. Dahinter Alonso und J.-E. Vergne.

F1_GB_SC-PhaseRunde 15 verursachte den nächsten Reifenschaden – ebenfalls hinten links. Dieses Mal war das Opfer Vergne. Die Reifenschäden passierten immer in Turn 4 und 5, was eine entscheidende Rolle spielen sollte. Aufgrund des dritten Reifenschadens und der dort liegenden Trümmerteile schickte die Rennleitung vorerst das Safety Car auf die Strecke. Nach der Analyse an den Boxen, zeigte sich jedoch auch an zum Beispiel Sebastian Vettels Reifen kleine Schnitte. Als Grund hierfür wurden die Randsteine genannten, die scheinbar doch scharfkantiger Waren, als sie sein sollten. Vettel und Rosberg, die sich ein gutes 15 Sekunden-Polster geschaffen hatten, verloren demnach leider den Vorsprung wieder als die anderen Piloten während der SC-Phase wieder aufschlossen. Allen Piloten wurde via Ihrer Teamradios mitgeteilt, dass sie sich von jenen Randsteinen fern halten sollen.

Nach der SC-Phase wird der Abstand zwischen den den ersten beiden und dem Rest wieder größer da Sutil nicht mit dem Top-Speed der Spitze mithalten kann. Jedoch setzte er sich kurz später wieder leicht von seinem Verfolger Alonso ab und erhöht seinen Vorsprung gegen den Spanier auf über eine Sekunde. Ab Runde 30 setzten dann die nächsten Stopps wieder ein. Gutierrez, der eine Styropor-Werbung mitgenommen hatte, schnappte sich neben neuen Reifen auch gleich eine neue Nase. Räikkönen wechselte auf einen frischen Satz Reifen und rutschte von Position 3 zurück auf 12. Eine Runde später reagierten auch Alonso, Grosjean und Webber, die ebenfalls zu Ihrem nächsten Stopp kamen. Hamiltons Reifen bauten langsam ab, wodurch es Alonso und Kimi gelang am Briten vorbei zu ziehen. Auch Webber schnappte sich Hamilton kurz später. Sutil verlor im Fernduell wichtige Zeit gegen Alonso, da er seinen Stopp später als der Spanier einlegte. Eine weitere Position verlor er an Webber, ebenfalls nach dem Stopp. Rosberg stoppte in Runde 34 und in der Folge-Runde umgehend dann auch der derzeitig Führende, Vettel. Lewis Hamilton, der bis dato einiges an Zeit und Boden verloren hatte, kam jedoch erst in der 36. Runde an die Box zum Reifenwechsel.

F1_GB_VET_outSutil hatte beim letzten Wechsel auf die harten Reifen hart zu kämpfen. Dann kam das Aus für Vettel! Diagnose: Getriebeschaden.  Er musste seinen Wagen in der 41. Runde auf der alten Start-Ziel-Geraden abstellen. Damit vergab er wichtige Punkte, um seinen Vorsprung in der WM weiter auszubauen. Da Vettels Red Bull an einer gefährlichen Stelle stand, war dies der zweite Einsatz für das Safety Car. Dies nutzen Webber und Rosberg zum spontanen Reifenwechsel. Rosberg hatte noch genug Vorsprung, um trotz des Stopps an der Spitze zu bleiben. Hinter dem SC sortierten sich demnach ein: Rosberg, Räikkönen, Sutil, Ricciardo und Webber. Die Positionen 2-4 fuhren die letzten Runden jedoch auf den angefahrenen Reifen weiter. Warum Lotus nicht Kimi in die Box geholt hatte, wollte er via Teamradio wissen. Die Box antwortete darauf, dass sie es auch nicht genau wisse, aber es nun eh zu spät sei. Somit musste der Iceman mit seinen Begebenheiten die letzten Runden zu Ende fahren.

F1_GB_ROS_BoxDer letzte Teil des Rennens begann in Runde 46 als das Safety Car in die Box abbog. Rosberg gab einmal mehr das Tempo vor und behauptete seine Führung. Und so kam es, wie es kommen musste. Webber ging spielend an Ricciardo vorbei und ebenfalls kassierte Alonso Jenson Button, der ebenfalls Reifen gewechselt hatte. Doch auch Perez wollte sich die Curbs noch einmal genau anschauen und so kam der Reifenschaden, der bis zu diesem Zeitpunkt von allen andern Fahrern nach den Warnungen der Box vermieden werden konnte. Webber überholte dann auch noch Sutil und Alonso sowie Hamilton schnappten sich Ricciardo. Die letzten Runden waren von weiteren Überholmanövern und dem Ausfall von Grosjean geprägt! Doch Rosberg sicherte sich nach Monaco den nächsten Sieg!

F1_GB_Ergebnis

F1_GB_Podium

Für die Tabelle ergibt sich demnach folgender WM-Stand:

F1_GB_Tabelle


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2 Antworten zu “Mystixx’ Rennanalyse #8 – Großbritannien

  1. KamiCheetah

    Was für ein Rennen. Neue Reifengeneration steht im Schrank, die Teams können sich nicht einigen. Totgeglaubte raffen sich auf, und werden von einem nicht richtig sitzenden Randstein ans falsche Ende des Feldes geschleudert (Hamilton Massa). Dann wirbeln die letzten Minuten noch einmal richtig durch, und Webber und Alonso zeigen, wie Racing geht, mit guten Reifen und durchgedrücktem Gaspedal.
    Lotus verschenkt hier meiner Meinung nach einen Sieg, mit einem Reifenwechsel hätte man hier Roßberg vermutlich noch kassiert, zumindest hätte es die Chance gegeben.
    Trotzdem Kimi, bitte geh nicht zu Redbull, Lotus ist ein Team das schon mit Alonso ganz oben war, und Redbull hat seinen Platzhirsch, und er sollte ja aus eigener Erfahrung wissen wie sowas ausgeht. Immerhin verdankt er seinen Titel zum Teil dem Hahnenkampf von Alonso und Hamilton.
    Zudem möchte ich hier mal das Punktesystem anprangern, so viele Punkte unterschied sind und waren dämlich, sollen sie doch eine lineare Staffelung einführen, und alles wäre ein bisschen Fairer, und ein Ausfall nicht gleich so eine Kathastrophe.

  2. snowe

    Ein Rennen, dass meiner Meinung nach hätte abgebrochen werden müssen. Wenn da bei 300 einem hinterherfahrenden so ein Gummiteil mit kleinen Metallstücken trifft ist das Lebensgefährlich. Am Randstein kann es nicht gelegen haben, die sind seit Jahren die gleichen. Ich bin mal gespannt was bei der Krisensitzung am Mittwoch rauskommt.
    Gott sei Dank ist Vettel ausgefallen! So bleibt die WM wenigstens noch etwas spannend.
    Eines kann man allerdings sagen. Sauber, McLaren und Williams sind die Enttäuschungen der Saison. Gerade von Williams hatte ich mir nach der letzten Saison mehr erhofft.

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