Wie man gegen die Klitschkos gewinnen kann

In dieser Kolumne schaue ich auf aktuelle Sportereignisse – mit einen Augenzwinkern und nicht ganz so ernst.

Mein Gott, war das ein spannender Boxkampf am Samstag Abend! Zum ersten Mal seit langer Zeit stand ein Klitschko mal wieder gegen einen ebenbürtigen Gegner im Ring. Und beide Kämpfer machten es spannend bis zur letzten Runde, als schließlich… Ach nein, Moment, das ist der falsche Text. Den hatte ich vorbereitet, falls einer der beiden Klitschko-Brüder doch irgendwann mal wieder in einen ernsthaften Boxkampf verwickelt sein würde. Das war ja am Samstag wieder nicht der Fall – diesmal vermöbelte Wladimir seinen hoffnungslos unterlegenen Gegner und schlug ihn k.o., diesmal in der 6. Runde. Mich überrascht es sowieso, dass Klitschkos Ringname „Dr. Steelhammer“ nicht längst in „Der Frutarier“ geändert wurde, bei so viel Fallobst, das er regelmäßig vorgesetzt bekommt.

Die einzig logische Konsequenz aus der Dominanz der Klitschkos im Schwergewichtsboxen wäre sowieso nur, endlich den Kampf aller Kämpfe stattfinden zu lassen: Weltmeister gegen Weltmeister, Bruder gegen Bruder, Vitali gegen Wladimir. Und die Uhr tickt, zumindest Vitali steht knapp vor Renteneintritt. Aber die beiden betonen in Interviews ja immer, dass sie ihrer Mama versprochen haben, nie gegeneinander anzutreten. Ich weiß aber nicht, ob man dieser Frau überhaupt etwas versprechen sollte, schließlich hat sie aller Wahrscheinlichkeit nach ihre Kinder erst in die rohe und gewalttätige Welt des Boxens getrieben. Ich stelle es mir so vor: Der kleine Wladimir, so ungefähr 6 Jahre alt, wird von seinem 5 Jahre älteren Bruder Vitali ständig geärgert. Mama Klitschko ist genervt und kauft dem Kleinen ein Paar Boxhandschuhe, damit er dem Großen mal ordentlich eine reinpfeffern kann. Doch Vitali, mit zwei blauen Augen und windelweich geschlagen, kratzt sein komplettes Taschengeld zusammen und geht ebenfalls in den Boxhandschuhladen um die Ecke. Und statt ihrer Ruhe hat Mama Klitschko nun die Aufgabe, im heimischen Wohnzimmer einen Boxring aufzubauen und in den Rundenpausen die Nummern hochzuhalten. Zum Glück für sie gehen die beiden Jungs kurz darauf zur Armee und verprügeln dort nicht mehr einander, sondern andere Kinder.

Dabei liegt doch die Lösung auf der Hand, wie man die Überlegenheit der Klitschko-Brüder auf die Probe stellen kann, ohne sie aufeinander losgehen zu lassen. Das Wrestling macht es vor: Handicap-Tag-Team-Matches. Einer gegen zwei, zwei gegen vier – der Kreativität der Weltverbände sind keine Grenzen gesetzt. Ein Klitschko fängt an, und wenn er nicht mehr kann, kommt sein Bruder in den Ring. Auf der anderen Seite wechseln sich vier Herausforderer ab, von denen jeder nur ein Ziel hat: einen Klitschko auf die Bretter zu schicken. Denn natürlich stehen alle 5 Weltmeisterschaftsgürtel auf dem Spiel. Und wenn vier Gegner immer noch nicht reichen, spricht ja wohl nichts gegen ein paar Tische, Leitern und Stühle im Ring. Gerne auch in Flammen und mit Stacheldraht umwickelt. Aber ich sehe es schon kommen: Am Ende behalten die Klitschkos nicht nur ihre Gürtel, sondern holen sich noch einen dazu – den der Box-Tag-Team-Champions.


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3 Antworten zu “Wie man gegen die Klitschkos gewinnen kann

  1. biotonne

    ich bin auch der meinung die kltischkos thronen da oben nicht weil sie so gut sind weil einfach die vorgesetzten gegner so schlecht sind… ich weis nich ob es im schwegewicht keine gegner mehr gibt, scheint aber so zu sein… jedesmalwird der gegner zu einem wahren herkules aufgebauscht und darf auch ein paar markige worte in die kamera sagen… die leute fallen drauf rein und treiben die quote von rtl nach oben.
    Ich hab mir seit jahren keinen kampf der beiden mehr reingezogen, weil es einfach sterbens langweilig ist, genauso wie damals die ganze Henry “klammeraffe” maske nummer. Man nehme sympathieträger pusche sie solange bis 8 millionen menschen einschalten, gebe ihnen fallobst und erkläre sie für unbezwingbar, die leute schalten komischerweise nicht weg und fallen immer auf die gleiche masche rein. Bin mal gespannt ob der powetkin kampf zustande kommt, könnte eventuell die letzte große kasse sein und vielleicht sogar mal spannend.
    Man könnte höchstens so noch gegner züchten : floys mayweather mästen, ihm plateauboxschuhe anziehen und ihn gegen sie boxen lassen, wobei es lustig wäre wenn er sie mit seinen 1,73 vermöbelt :).
    Der eine von denen will ja bei olympia antreten, ich würd mich scheckig lachen wenn er keine medaillie holt 😉

  2. maxwell

    Wladimir hat doch 1996 schon die Goldmedaille in Atlanta geholt.. – wo hast du denn die Info her?

    Ich meine, dass wenn man einmal ins Profilager gewechselt ist, keine Teilnahme am Olympia mehr möglich ist..

  3. biotonne

    aus der süddeutschen zb., soll in rio gehen, weil dann wohl auch profis boxen dürfen, unter amateur regeln aber glaub ich, sein größtes problem ist die alters obergrenze von 35, nachdem er ja grad 37 wurde… bin gespannt wie er das umschiffen will….
    darüberhinaus gab es wohl mal einen passus, das man sich reamateurisieren kann einmal, hat damals ja kathi witt gemacht, aber ich glaub das ist eh inzwischen wumpe, weil ja in den meisten sportarten eh profis starten, ausnahme halt noch boxen

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